Gnädiger, liebevoller und treuerster Vater, Dein Friede ströme wie ein Fluss in unsere Herzen und Häuser. Entferne die Hürden zum Frieden und gib uns ein lebendiges Herz, damit wir, Deine Kinder aller Kulturen und Religionen, wirklich glücklich leben und gedeihen. Unsere Welt sei eine echte Nachbarschaft, in der niemand aufgrund seines Glaubens oder seiner Farbe unter Diskriminierung leidet.
Himmlischer Vater, wir schlafen mit einem offenen Auge und wachen voller Sorge, denn Gewalt und Konflikt werden zu unwillkommenen Besuchern. Politik und Religion werden benutzt, um Gewalt auszuüben, Armut, Krankheit und Unsicherheit plagen unser Land. Gewähre unserer zerbrochenen und leidenden Welt Frieden - einen Frieden, der die Frucht von Gerechtigkeit ist.
Verschone uns vor der Bedrohung durch religiöse Fundamentalisten und bewahre uns vor gefühllosen und korrupten Führern. Befreie uns von ethnischen Feindseligkeiten und erlöse uns von politischen Krisen und schlechter Regierungsführung. Rette uns auch aus Umwelt- und Naturkatastrophen. Schenke uns inneren Frieden, Solidarität und Harmonie, damit durch unseren Beitrag die Welt zu einem nachbarschaftlichen Miteinander von wahren Brüdern und Schwestern wird.
O Gott, Deine Liebe für Nigeria und Mutter Afrika ist groß. Du weißt um den Hunger, die Krankheiten und die Folgen von Gewalt. Du weißt, dass Kinder, Jugendliche und Mütter durch Konflikte vertrieben werden. Du kennst korrupte Regierungen und das Unrecht der Übeltäter. Wir sind der Schmerzen und des Leidens müde. Vater, öffne der Welt die Augen, damit sie nach dem Gemeinwohl aller strebe. Dir seien Ehre und Herrlichkeit durch Christus, der Friedensfürsten. Amen |
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IGNATIUS A. KAIGAMA - Erzbischof von Jos/Nigeria.
Weltkugel vor der Heilig Geist Kirche
Gestern wurde die Weltkugel vor unserer Kirche eingeweiht. Sie steht für die Partnerschaft mit dem Sozialzentrum Casa Mateus. Sie hat eine lange Historie: 1980 kaufte die Kirchengemeinde in Santo Andre, einer Millionenstadt im Süden von Sao Paulo ein Grundstück mit einem kleinen Haus mitten in den Favela-Hütten des Stadtteiles Mauà, eine halbe Stunde südlich gelegen. Die Kirche zog in die Favela, weil die Menschen nicht zur Kirche kommen konnten.
Susanne Schwanfelder erlebte diesen Prozess gerade mit als sie in Sao Paulo lebte. Wieder zurück in Deutschland, suche die Grundschule in Veitsbronn ein Sozialprojekt. Casa Mateus war genau das richtige Projekt. In der Grundschule wurde jedes Jahr ein toller Fastenbasar veranstaltet und stets viele tausend Euro sammelte. Die gingen dann in unsicheren Zeiten mit Firmenkuriere nach Brasilien.
Die Pfarrer von Santo Andre haben uns im Laufe der Zeit alle besucht und von ihrer Arbeit berichtet. Es war ein sehr reger Austausch.
21 Jahre später entschied sich die Schule für ein anderes Sozialprojekt. Dieser Bruch war für die Casa Mateus schmerzlich, weil sie (eigentlich immer) große finanzielle Sorgen hatte. Zwar unterstützt auch die Kommune die Arbeit, aber die Geldzuweisungen erfolgten sehr unzuverlässig, die Förder-Bestimmungen ändern sich oft.

Dann bildete sich in Obermichelbach eine kleine Arbeitsgruppe, die die Partnerschaft zwischen den beiden Kirchengemeinden neu knüpfte. Vor kurzem besuchte uns der jetzige Pfarrer von Santo Andre, Carlos Musskopf zusammen mit einem hoch karätigen Jugendorchester. Diese gaben in unserer Kirche ein bewegendes Konzert. Die Partnerschaft wurde dabei vertieft. So hat das Ende zu einer ganz anderen, neuen Arbeit geführt. Sie gibt den Mitarbeitern der Kirchengemeinde und des Sozialzentrums viel Kraft und Mut gegen die großen sozialen Probleme anzugehen und Familien aus dem Elend zu holen. Unterschätzen wir nie die Hoffnung, die durch diesen Partnerschaften geschenkt wird. Unsere Geschwister in Maua brauchen sie dringend.

Nun stehen wir alle vor der Weltkugel. Warum haben wir die Kugel gemacht? Wir wollten die Partnerschaft mit dem Sozialzentrum an der Kirche für alle sichtbar machen. Das ganze Jahr über soll sie im Blick bleiben, uns motivieren und erinnern, dass unsere Partner in Mauà mit uns verbunden sind und wir sie im Blick haben. Sie zeigt die goldene Menschenkette, die über die Erde zieht, konkret von Obermichelbach nach Sao Paulo und weiter wieder bis hierher. Wir haben in unterschiedlicher Weise daran gearbeitet und jede Form der Gestaltung fand ihren Platz. Verschiedene Talente, verschiedene Arbeitsweisen und Vorstellungen haben sich zu einem wunderschönen Ganzen gefügt. Und so soll es hin und her gehen zwischen Sao Paulo und Obermichelbach. Wir wünschen uns die Unterstützung vieler, damit das Zentrum weiter für die Benachteiligten da sein kann.
Wir brauchen sichtbare Zeichen für das, was wir tun – deshalb steht nun die Partnerschaftskugel hier für alle sichtbar.
Der Heimkehrer
Ich war ein armer Mann, ich kam
Ins neue lando gezogen.
Die Hoffnung, die mich damals trieb,
Sie hat mich nicht betrogen.
Ich hatte Glück, o, das gibt Mut!
Jetzt bin ich reich, hab' Geld und Gut
Und nun erwacht das Heimweh.
Ich fand ein Welb, ein gutes Weib,
das tapfer mitgerungen,
War ich verzagt, sie hatte Mut,
Und so ist's mir gelungen.
Wohl fliegen meine Kinder aus,
Sie fühlen sich allhier zu Haus,
Mich aber quält das Heimweh.
Ich bin beliebt, man sieht mich gern
Beim Schmaus und in Vereinen.
Ich bin ein vielbegehrter Mann
Bei Grossen und bei Kleinen.
Um mich ist eitel Sonnenschein;
Was sollt ich nicht zufrieden sein?
Und doch, ich fühle Heimweh.
Ich kehre heim nach langer Fahrt.
O Wonne, Wiedersehen!
Jetzt kann ich wieder wie als Kind
Im alten Garten gehen.
Ich sehe alles wieder klar,
Nur schöner, als es damals war,
Ich brenne vor Verlangen.
Ich bin am Ziel... Wo bin ich nur?
Mein Eden ist verschwunden.
Ich hab' das alte Haus nicht mehr
Und keinen Freund gefunden.
Schon lange sind die Eltern tot,
Ich steh in Lebens Abendrot
Verlassen in der Heimat.
Was nützt mir nun das viele Geld?
Man weiss, was ich gewesen:
Hier bin ich nur Bauersmann,
Der nie ein Buch gelesen.
Hier gilt nur Wissen, Rang und Kunst;
Mir gönnt man kaum des Grusses Gunst...
O, liebe alte Heimat!
O, das ist bitter, das tut weh.
Und meine Tränen fliessen.
Ich soll, wo meine Wiege stand,
Mein Leben nicht beschliessen.
Verschwunden ist mein Traum vom glück,
Ich kehr in's neue Land zurück,
Vor Heimweh dort zu sterben.
- Ernesto Niemeyer - Deutschbrasilianer Dichter.
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